Freitag
SportUlm erobert erneut rosa Tigerkäfig

Daran kann man sich gewöhnen. Noch lange nach Spielschluss feierten die über 150 mitgereisten Ulmer Fans mit der Mannschaft den Sieg beim Erzrivalen. Auch in der zweiten BBL Saison blieb ratiopharm im rosa Tigerkäfig unbesiegt und nahm die Punkte über die Alb mit nach Hause. Trainer Mike Taylor hatte keine Mühe seine Mannschaft, die erneut auf Kapitän Emeka Erege und Center Bryan Lucas verzichten musste, zu motivieren. Mit Florian Möbius und Emeka Erege sowie Trainer Mike Taylor waren noch drei Zeitzeugen der beiden legendären Zweitligabegegnungen mit insgesamt drei Verlängerungen bei Ulm im Team. Doch auch die „amerikanischen Ulmer“ kämpften und rackerten einem Derby entsprechend. Zur Überraschung von Freund und Feind stand Ulms angeschlagener Energizer Konrad Wysocki in der Startformation. Er hatte sich extra für das Derby spielfähig gemeldet. Die Gäste von der Donau gingen schnell mit fünf Dreiern in Folge 15:10 in Führung. Die baute man bis zur 9. Minute auf 24:15 aus. Für die immer leiser werdenden Tübinger Fans sollte es aber noch schlimmer kommen. Nach 16. Minuten leuchtete ein 41:25 von der Anzeigetafel und die Paul-Horn Arena war endgültig in Ulmer Hand.
Doch gerade in heimischer Halle darf man die Tiger nie abschreiben. Zuletzt hatten die Tübinger Giessen und Ludwigsburg zu Hause besiegt. Auch die Punkte gegen Bamberg und die Artland Dragons krallten sich die Tiger in ihrem rosa Wohnzimmer. Insofern war es auch keine Überraschung, dass sich Tolga Öngörens Team zurück ins Spiel kämpfte. Mit einem Dreier direkt vor der Halbzeitpause verkürzten die Tübinger auf 37:45.
Mit 8 Punkten hatte Ulm auch in Paderborn geführt. Die Warnungen in der Halbzeitpause der Ulmer Trainer verfehlten zunächst ihre Wirkung. Im dritten Spiel innerhalb von sechs Tagen drohte den dezimierten Ulmern erneut die Kraft auszugehen. Tübingen kam auf drei Punkte (44:47) ran, doch Sean Finn, Dru Joyce und Jeff Gibbs bauten den Vorsprung zunächst wieder auf zehn Punkte (28. min 58:48) aus. Sieben Spielminuten später war es dann doch so weit. Die Tübinger hatten sich die Führung zum ersten Mal (63:61) erkämpft. Doch schon eine Minute später drehte sich das Blatt wieder. Ray Nixon foulte Konrad Wysocki beim Dreipunktewurf. Der vorher schon verwarnte Nixon echauffierte sich über den Pfiff und erhielt folgerichtig ein technisches Foul. Von den dadurch fünf zugesprochenen Freiwürfen verwandelte Ulm zwar nur drei, doch das Momentum war wieder auf Seite der Gäste. Die Punkte 14 und 15 von Jeff Gibbs sowie ein erfolgreiches And1-Spiel von Dru Joyce schraubten den Vorsprung zwei Minuten vor dem Ende wieder auf 5 Punkte (70:65). Ein Dreier von Anderson zum 68:70 konterte Ulms EJ Gallup mit zwei starken Offensivaktionen zum 74:68 eine Minute vor dem Ende. Als dann auch noch Rasko Katic zwei Freiwürfe vergab, war das Spiel entschieden. Die Tübinger Taktik mit Fouls die Uhr anzuhalten ging in den letzten Sekunden nicht auf. EJ Gallup verwandelte sicher alle vier Freiwürfe zum 78:68. Der letzte Korb des Spiels durch Bingo Merriex zum 70:78 änderte auch nichts mehr daran, dass Ulm auch das zweite Saisonspiel gegen die Walter Tigers aus Tübingen gewann.
Deutlich gewonnen haben auch die Ulmer das Fanduell. Mit kreativen Plakaten wie „Tübingen, die Miami Heat der BBL“ und lautstarker aber fairer Unterstützung hatten die Ulmer Fans ihren Teil zum grandiosen Auswärtssieg beigesteuert. Dass die mit hohen Zielen gestarteten Tübinger den Klassenerhalt schon vor dem Spiel gegen Ulm gesichert hatten, freute sogar die Fans aus Ulm. Auf das Derby will man auch in Zukunft nicht verzichten. Vor allem wenn es so erfolgreich endet.
Danny Eggers








